Frauen zwischen Recht und Realität im Iran, in Indien und Afghanistan

Vortrag

Dienstag, 07. Juli 2015 um 19.00 Uhr
Museum Natur und Mensch,
Städtische Museen Freiburg,
Gerberau 32, 2. OG

Referentinnen: Beatrice Schrade, Nirmala Mampillil und Mandana Knust Rassekh Afshar Moderation: Barbara Motz, RAin in Freiburg

So sehr sich diese drei Länder in ihrer Kultur, der Religion und der politischen Situation unterscheiden, weisen sie eine traurige Ähnlichkeit auf: Frauen sind von einer vollen Gleichberechtigung weit entfernt. Und Frauen sind in erschreckendem Ausmaß Opfer von Gewalt, von Tötungsdelikten, Vergewaltigungen, Säureattentaten, Gewalt in Familien. In allen drei Ländern gibt es allerdings Gesetze zum Schutz von Frauen, und es gibt engagierte Frauen und Männer, die sich für Frauenrechte einsetzen.
Wir wollen der Frage nachgehen, wie die rechtliche Stellung von Frauen in diesen Ländern ist, und ob und wie Rechte in der Realität verwirklicht werden können.

Beatrice Schrade ist Rechtsanwältin in Freiburg und Gründungsmitglied von Anwältinnen ohne Grenzen (AOG). Als Vorstandsmitglied der Menschenrechtskommission der Freiburger Juristen pflegt sie seit über 10 Jahren den Kontakt mit Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälten in Isfahan. Bei mehreren Reisen hat sie Workshops mitorganisiert und Vorträge gehalten, die der Förderung des rechtsvergleichenden Dialogs zwischen Deutschland und Iran dienten. Sie trat in Austausch mit iranischen Rechtsanwältinnen und erhielt Einblicke in die familienrechtliche Situation der im Iran lebenden Frauen, über die sie berichten wird.

Nirmala Mampillil (geb. Conjeevaram), Mitglied von AOG, ist in Frankfurt am Main geboren, und arbeitet als deutsche Volljuristin bei der Bundesagentur für Arbeit. Ihre Eltern stammen aus den südindischen Bundesstaaten Kerala und Tamilnadu. Durch mehrfache Besuche in Indien und der Ausübung des klassischen indischen Tanzes Odissi seit ihrem 14. Lebensjahr hat sie eine kulturelle Verbindung zu ihrem Heimatland. Durch ihre Erfahrungen in Indien und aufgrund ihres Interesses an dem Thema, hat sie sich mit Frauenrechten in Indien näher befasst.

Mandana Knust Rassekh Afshar ist eine in Frankfurt am Main geborene iranisch stämmige Rechtswissenschaftlerin. Sie promoviert über die Gewährleistung von Menschenrechten in islamischen Staaten mit einem Schwerpunkt auf der Rechtslage in Afghanistan. Sie bildete für das Max-PIanck-Institut für ausländisches öffentliches Recht und Völkerrecht RichterInnen, StaatsanwältInnen, RechtsanwältInnen und PolizistInnen in Afghanistan insbesondere in Grund- und Menschenrechten aus. Durch zahlreiche Gespräche und ihre Forschungsarbeit in Kabul erhielt sie tiefe Einblicke in die Rechtswirklichkeit des von langjährigen Kriegen gezeichneten Landes.

VeranstalterInnen: Anwältinnen ohne Grenzen in Kooperation mit dem Museum Natur und Mensch Sädtische Museen Freiburg.