1200 Indianerinnen in Kanada seit 1980 vermisst und ermordet

Vortrag mit Präsentation - Monika Seiller, AGIM

Dienstag, 09. Dezember 2014 - 19:30 Uhr Eintritt frei
Galerie im Alten Wiehrebahnhof - Kommunales Kino,
Urachstraße 40, 79104 Freiburg

1017 indigene Frauen wurden von 1980 bis 2012 in Kanada ermordet, 164 Indianerinnen gelten als vermisst und 225 weitere Fälle sind ungeklärt. Diese schockierenden Zahlen bestätigte eine Untersuchung der kanadischen Bundespolizei "Royal Canadian Mounted Police (RCMP)" in ihrem Abschlussbericht vom Mai 2014.

Erstmals hatte die "Native Women’s Association of Canada (NWAC)" 2004 im Bericht "Sisters in Spirit" das erschreckende Ausmaß der Gewalt an indigenen Frauen in Kanada an die Öffentlichkeit gebracht. Die NWAC hatte 582 Fälle dokumentiert, warnte jedoch vor einer deutlich höheren Dunkelziffer. Obwohl die Situation auch von weiteren Menschenrechtsorganisationen bestätigt wurde, u.a. von Amnesty Canada in der umfassenden Studie "Stolen Sisters: A Human Rights Response to Discrimination and Violence Against Indigenous Women" (2004), weigerten sich die Behörden, die Zahlen anzuerkennen. 2013 wies zudem eine Untersuchung von Human Rights Watch nach, dass in vielen Fällen auch die Polizeibehörden in die Gewalt an indigenen Frauen verstrickt sind.

Umso überraschender, dass nun die RCMP selbst die aktuellen Zahlen veröffentlichte. Die jahrelangen weltweiten Proteste zeigen damit erstmals Erfolge. Die Öffentlichkeit ignoriert die Situation immer noch weitgehend und die Regierung hat bislang keine substantiellen Maßnahmen ergriffen, um das Leben der Frauen zu schützen.

Die Zahl der vermissten und ermordeten Frauen verdeutlicht, dass die Ureinwohner Kanadas noch heute unter Diskriminierung und Ausgrenzung leiden. Besonders betroffen sind hiervon die Indianerinnen, denn sie sehen sich doppelter Diskriminierung ausgesetzt: als Frauen und als Indigene.

VeranstalterInnen: Menschenrechte 3000 e.V. in Kooperation mit Kommunalem Kino