Die Aktionstage 2021

30 Jahre „16 Tage gegen Gewalt gegen Frauen“

2021 jährt sich die weltweite Kampagne „16-Tage gegen Gewalt gegen Frauen" zum 30. Mal.

Inspiriert von der ursprünglichen Vision und Geschichte der Kampagne, die sich auf die Sensibilisierung für Gewalt gegen Frauen konzentrierte, und angesichts der anhaltenden Straflosigkeit für Femizid, konzentriert sich die globale Kampagne in diesem Jahr auf das Thema "der geschlechtsspezifischen Morde an Frauen".

16 Tage gegen Gewalt gegen Frauen - von 16 Tagen zu 365 Tagen!

Frauenrechte sind Menschenrechte. Sie sind unteilbar.

Netzwerk gegen Gewalt gegen Frauen, Freiburg

Im Jahr 2012 bildeten NGOs, Beratungsstellen, Institutionen und Personen in Freiburg ein gemeinsames Netzwerk gegen Gewalt gegen Frauen. Viele Initiativen und Institutionen in Freiburg und Umgebung haben jahrzehntelange Erfahrung in der Arbeit mit Betroffenen Frauen und Mädchen und setzen sich für eine Beendigung von Gewalt gegen Frauen ein. Sie unterstützen, schützen und beraten Frauen, die Hilfe suchen und leisten Aufklärungsarbeit.

Zum Freiburger Netzwerk gegen Gewalt gegen Frauen gehört auch die Stelle zur Gleichberechtigung der Frau der Stadt Freiburg, mit der wir eng kooperieren.

Zu den „16 Tagen gegen Gewalt gegen Frauen“ vom 25.11. bis 10.12 jeden Jahres bildet unser Netzwerk ein Aktionsbündnis. Seit 2012 arbeiten wir jährlich gemeinsam ein Programm für die Kampagne „16 Tage gegen Gewalt gegen Frauen“ aus, das in Freiburg stattfindet. Das Programm ist offen für alle Gäste.
Wir klären auf, informieren und zeigen Missstände und Erfolge auf.
Wir laden Referentinnen ein, zeigen Filme, diskutieren über aktuelle Probleme und führen Aktionen für Gewaltfreiheit und mehr Gleichberechtigung durch.
Wichtig ist uns die Verbindung mit internationalen Frauenorganisationen, denn leider sind Frauen weltweit von Gewalt betroffen, in allen Lebensbereichen. Nicht nur Indigene Frauen und Mädchen sind stark betroffen von geschlechtsspezifischer Gewalt und Diskriminierung. sondern auch Frauen und Mädchen hier in Europa, in Deutschland, in unserer unmittelbaren Nachbarschaft...

Wir kooperieren unter anderem mit Frauen aus anderen NGOs, Frauen aus Südamerika, Migrantinnen, Frauen in Krisen- und Kriegsgebieten und Indigenen Frauen in Nordamerika.

Warum 16 Tage?

Die „16 Tage gegen Gewalt gegen Frauen“ sind eine weltweite Kampagne.

Die Aktionstage beginnen am 25. November, dem "Internationalen Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen" und enden mit dem 10. Dezember, dem "Internationalen Tag der Menschenrechte".
Jedes Jahr. Weltweit.

Die Kampagne wurde im Jahr 1991 auf internationaler Ebene als „16 Days of Activism Against Gender Violence“ vom Women’s Global Leadership Institute ( LINK: https://16dayscampaign.org/ ) ins Leben gerufen.

Dazu wurden die Gedenktage des 25. Novembers und des 10. Dezembers als Beginn- und Enddatum der Aktionstage gewählt.

Am 25. November 1960 ließ der dominikanische Geheimdienst die drei Schwestern Mirabel * ( Link zur Fußnote am Textende ) im Auftrag des Diktators Trujillo ermorden. Sie waren dominikanische Regimegegnerinnen. Die Schwestern Mirabal gelten in der Dominikanischen Republik als Symbol für den Widerstand gegen die Diktatur. Textende
1981 wurde der 25. November bei einem Treffen lateinamerikanischer und karibischer Feministinnen zum Gedenktag für die Opfer von Gewalt an Frauen ausgerufen.
1999 wurde der 25. November durch die Vereinten Nationen zum Internationalen Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen erklärt.

Am 10. Dezember 1948 hat Generalversammlung der UN in New York die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte verabschiedet; der 10. Dezember ist seither der „Tag der Menschenrechte.“

Diese beiden Gedenktage bilden auch eine Brücke vom Süden in den Norden, denn Gewalt gegen Frauen findet überall statt, das ist weltweites Problem. Daher setzen sich Menschen überall auf der Welt für Gewaltfreiheit und eine gerechte Gleichbehandlung ein.

Aktionstage „16 Tage gegen Gewalt gegen Frauen“ in Freiburg

Mit den Aktionstagen „16 Tage gegen Gewalt gegen Frauen“/ „16 days against gender based violence“ leisten wir in Freiburg und Umgebung einen Beitrag dazu, alle Formen von Gewalt gegen Frauen in der Öffentlichkeit bewusster zu machen. Niemand soll wegschauen, denn wir alle haben eine Verantwortung dafür, unser Zusammenleben friedlich, gerecht und gewaltfrei zu gestalten. Wir wollen eine Sensibilisierung bei allen Menschen entwickeln, was geschlechtsspezifische Gewalt ausmacht und wie sie beendet werden kann.

In den „16 Tagen“ sprechen wir darüber, in welchen Bereichen Gewalt gegen Frauen und Mädchen ausgeübt wird und was konkret Gewalt gegen Frauen und Mädchen bedeutet. Denn dies ist sehr vielfältig. Zur Gewalt gegen Frauen werden psychische, physische und sexuelle Gewalt gerechnet. Dazu zählen häusliche Gewalt, Stalking, Nötigung, Ungleichbehandlung im Beruf, bis hin zu Mord.

Veranstaltungen drehen sich inhaltlich auch um solche Fragen:
In welchen Bereichen wird Gewalt gegen Frauen ganz gezielt benutzt und eingesetzt, um Macht auszuüben?

Um Gewalt gegen Frauen weltweit zu beenden, gibt es Rechtsgrundlagen und Gesetze. In den Aktionstagen klären wir unter anderem deswegen auch darüber auf, welche Rechte Frauen haben. Auf welche rechtlichen Grundlagen können sich alle Frauen stützen?
Wer unterstützt die Frauen bei der Durchsetzung ihrer Rechte?

Niemand soll mehr wegschauen! Gewalt ist nicht tolerierbar.
Es braucht Bewusstsein, Achtsamkeit und Aufmerksamkeit!

Was können Sie tun?

Nehmen Sie an unseren Veranstaltungen teil. Informieren Sie sich. Schauen Sie nicht weg.
Am Arbeitsplatz, in der Familie, im Freundeskreis, in der Freizeit, beim Sport, beim Reisen - überall.
Sprechen Sie über sexualisierte Gewalt, ungleiche Behandlung aufgrund des Geschlechts, wo immer Sie sie antreffen.
Starten Sie eine eigene Aktivität oder Aktion - während der „16 Tage“ oder während der 365 Tage des Jahres.

Während den «16 Tagen gegen Gewalt an Frauen*» (25.11.-10.12.2021) organisieren wir in Freiburg gemeinsam Veranstaltungen, um Prävention und Sensibilisierung zu stärken und Gewalt zu verhindern.

In Deutschland wird die weltweite Kampagne unterstützt von:
UN Women Deutschland
Terre des Femmes
Anmesty International

Zu den wichtigsten Forderungen zählen:
Die Umsetzung der Istanbul Konvention zur Verhütung und Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und häuslicher Gewalt und anderer Internationaler Vereinbarungen wie die UN Resolution gegen weibliche Genitalverstümmelung (FGM/C).

Leitlinien der EU betreffend Gewalt gegen Frauen und die Bekämpfung aller Formen der Diskriminierung von Frauen

Mehr Informationen finden Sie bei der Weltorganisation
“Center for Women's Global Leadership” Rutgers. The State University of New Jersey



*
Die drei Schwestern Mirabel gehörten einer angesehenen kleinbürgerlichen Familie an. Zusammen mit ihren Ehemännern unterstützten sie die Gruppe Agrupación política 14 de junio (Politische Gruppierung des 14. Juni), die den Sturz des Diktators Rafael Trujillo plante. Innerhalb der Gruppe waren die Schwestern als Las Mariposas (Die Schmetterlinge) bekannt.

Nach dem Scheitern des Aufstandes wurden einige Mitglieder der Familie inhaftiert; mussten aber auf Druck der USA und der OAS – zusammen mit anderen Inhaftierten – wieder entlassen werden. Nachdem Patria, Minerva und Maria Teresa am 25. November 1960 ihre immer noch inhaftierten Männer im Gefängnis in Puerto Plata besucht hatten, wurden sie auf Geheiß Trujillos auf der Heimfahrt von dessen Schergen in den Bergen überfallen und zusammen mit ihrem Chauffeur erdrosselt.

Um den Mord zu vertuschen, wurde ein Autounfall fingiert, jedoch konnte das Verbrechen aufgedeckt werden. Durch die Ermordung der Regimegegnerinnen verlor Trujillo weitere Sympathien im Inland sowie in den USA und anderen südamerikanischen Ländern.